
Sachsen-Mineralien
Bezirksgruppe Ostsachsen der VFMG

Exkursionen und Börsen
„Dorothea“ und der „Canaletto“-Weihnachtsmarkt…
13.12.2025
Erstes Ziel der traditionellen Jahres-Abschluss-Exkursion, diesmal am 13. Dezember 2025, waren die Städtischen Sammlungen im Museum von Freital. Sie befinden sich im einstigen Rittergut im Stadtteil Burgk. das im 19. Jahrhundert Sitz und Zentrum der Freiherrlich von Burgkschen Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke, eines ehemaligen privaten Montanunternehmens, war.
Neben der hier zu sehenden umfangreichen Kunstsammlung – unter anderem mit Werken von Otto Dix – interessierten wir uns vor allem für die regionalgeschichtliche Ausstellung über den rund 500jährigen Steinkohlenbergbau auf dem jetzigen Freitaler Stadtgebiet und in der Gegend des Döhlener Beckens.
Anhand zahlreicher originaler Exponate und ansprechend gestalteter Schautafeln kann man die Entwicklung des Bergbaus sowie der Industrie und der damit verbundenen Urbanisierung der hiesigen Region bis hin zur Gründung der Stadt Freital im Jahr 1921 sehr gut nachvollziehen. Als Beispiel dafür soll hier nur die Entwicklung des Transports der vor Ort abgebauten Steinkohle aus den Gruben bis ans Tageslicht genannt werden: Dieser wurde noch Anfang des 19. Jahrhunderts per „Korbtragen“ durch die Bergleute vorgenommen, um 1830 ging man zur Karrenförderung über, die um etwa 1840 durch den Einsatz von Förderwagen abgelöst wurde. Um 1870 setzte sich dann die Pferdeförderung durch, um 1880 begann man mit der maschinellen Förderung und ab etwa 1890 wurde die Strecken-förderung mit Kettenanlage und später ab 1896 per Oberseilbahn eingeführt, die mit Druckluft und danach elektrisch betrieben wurde.
Unter den zahlreichen originalen Ausstellungsstücken fiel uns in diesem Zusammenhang natürlich besonders „Dorothea“ ins Auge. Sie wurde 1882 von der Firma Siemens & Halske gebaut und ist hier im Original als Leihgabe des Siemens-Forums München zu sehen. Diese von Werner von Siemens bereits im Jahr 1879 auf der Berliner Gewerbeausstellung präsentierte weltweit erste elektrische Lokomotive nahm 1882 als wiederum erste Grubenlok der Welt auf dem 5. Hauptquerschlag des Oppelschachts ihren Betrieb auf, löste die Pferdeförderung ab und erleichterte enorm die körperlich sehr schwere Arbeit der Bergleute. Mit einer Motorleistung von 6 PS und einer Zugkraft von 170 Kilogramm erreichte sie in ihrer Spurweite von 566 Millimetern und einem Gewicht von 1550 Kilogramm immerhin eine Geschwindigkeit von 8 km/h!
In einem weiteren sehr schön mit weihnachtlichem Interieur geschmückten Ausstellungsraum der aktuellen Weihnachtsausstellung unter dem Motto „Züge rollen – Lichter funkeln“ kamen danach die Liebhaber von Modelleisenbahnen voll auf ihre Kosten.
Anschließend besuchten wir in Pirna den traditionellen „Canaletto“-Weihnachtsmarkt, der zu den schönsten Weihnachtsmärkten im Freistaat Sachsen gehört. Die rund um das Rathaus platzierten Verkaufsstände lockten nicht nur mit Glühwein und Leckereien die Besucher an, auch die überall zu sehenden Nachbildungen der Veduten (detailreiche und perspektivisch exakte Stadtansichten) des ehemaligen sächsischen Hofmalers Canaletto zogen magisch die Blicke der zahlreichen Schaulustigen auf sich. Im Rathaus selbst konnte man außerdem den bereits 11. Pirnaer Kunstmarkt besuchen, direkt mit den 38 Künstlern in Kontakt kommen und natürlich auch deren Werke erwerben.
Zum Abschluss unserer Tagesexkursion machten wir Rast im Landgasthof und –hotel „Heidekrug“ in Cotta, hatten viel Spaß auf der Doppelbowlingbahn und ließen bei gutem Essen und sächsischem Bier den schönen Tag ausklingen - ein großes Dankeschön sei an dieser Stelle der Organisatorin Claudia Nitschke gesagt.









