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Exkursionen und Börsen

Das schwarze Gold der Lausitz – Eine Reise in den Lausitzer Braunkohlebergbau

23.05.2026

Am 23. Mai 2026 unternahmen Mitglieder der VFMG-Ortsgruppe Ostsachsen eine Exkursion in den aktiven Braunkohlebergbau der Lausitz. Treffpunkt war das Besucherzentrum Excursio in Welzow.
Mit einem MTW, dem typischen Transportfahrzeug für das Tagebaupersonal, fuhren wir zunächst an den Rand des Tagebaus Welzow-Süd. Dort bot sich eine beeindruckende Aussicht auf sämtliche Arbeitsebenen des Tagebaus. Der Excursio-Reiseleiter erläuterte anschaulich die einzelnen Schritte des Braunkohleabbaus – vom Abtragen des Deckgebirges über dem Kohleflöz bis hin zur Kohlegewinnung und der späteren Verfüllung beziehungsweise Rekultivierung der Bergbauflächen.
Zum Einsatz kommt dabei mit der rund 500 Meter langen Abraumförderbrücke F60 eine der größten beweglichen Arbeitsmaschinen der Welt. Neben der eingesetzten Technik und den Arbeitsabläufen wurde auch auf die Bedeutung der Lausitzer Tagebaue für die Wasserversorgung des Großraums Berlin eingegangen. In trockenen Jahren stammen etwa 80 Prozent des Wassers der Spree aus den Pumpensystemen der Lausitzer Tagebaue. Ohne diese Wasserzufuhr hätte die Hauptstadt erhebliche Versorgungsprobleme. Eine nachhaltige Lösung dieser Herausforderung ist bislang nicht in Sicht.
Vom Aussichtspunkt aus führte die Fahrt durch sämtliche Arbeitsebenen bis hinunter in das Kohleflöz selbst. Hier steht man in rund 120 Metern Tiefe auf einem 15 bis 18 Millionen Jahre alten fossilen Waldboden – dem sprichwörtlichen „schwarzen Gold der Lausitz“. Der enorme Aufwand zur Gewinnung der Kohle wird angesichts der bis zu 15 Meter mächtigen Flöze verständlich. Ein Kilogramm Braunkohle besitzt einen Energiegehalt von etwa einer Kilowattstunde und könnte beispielsweise einen Staubsauger rund eine Stunde lang betreiben.
Die in Welzow-Süd geförderte Kohle wird einerseits im nahegelegenen Kraftwerksstandort Schwarze Pumpe zur Stromerzeugung genutzt, andererseits zu hochwertigen Braunkohlebriketts verarbeitet. Die Brikettfabrik Schwarze Pumpe ist heute die letzte ihrer Art in Europa. Über den Brikettexport gelangt die Lausitzer Kohle sogar bis nach Neuseeland.
Zum Abschluss führte die Exkursion in bereits rekultivierte Bereiche des Tagebaus. Innerhalb weniger Minuten wechselte das Landschaftsbild von einer aktiven Bergbaukulisse zu einem mit Weinreben bepflanzten Hang, umgeben von artenreichen Wiesen und jungen Mischwäldern – ein Kontrast, den viele Teilnehmer so nicht erwartet hätten.
Für mich persönlich war dieser Abschnitt besonders eindrucksvoll. Als ich vor 20 Jahren meine ersten Reparaturen an den Großgeräten im Tagebau durchführte, befand sich genau an dieser Stelle noch das freigelegte Kohleflöz. Heute prägen Weinberge, junge Mischwälder und artenreiche Wiesen das Landschaftsbild. Kaum ein anderer Ort verdeutlicht den Wandel der Lausitzer Bergbaulandschaft so anschaulich. Der Bergbau in der Lausitz hat eben viele Gesichter.
Den Abschluss der Tour bildete ein zünftiges Bergmannsvesper auf dem Gut Geisendorf. Das historische Herrenhaus, nur wenige Meter vom Tagebaurand entfernt, wurde in letzter Minute vor dem Abriss gerettet und dient heute als kulturelles Begegnungszentrum.
Die von Excursio durchgeführte Tour war spannend, abwechslungsreich und ausgesprochen informativ. Sie ist ein echter Tipp für alle, die den Bergbau in der Lausitz einmal hautnah erleben möchten.

Stefan Bahl
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