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Exkursionen und Börsen

Motorrad(T)räume und Bergbaugeschichte im Erzgebirge

27.06.2026

Bei hochsommerlichen Temperaturen knapp unter 40 Grad Celsius führte uns am 27. Juni 2026 unsere Tagesexkursion ins Erzgebirge – zuerst besuchten wir das auf einem Felsen hoch über der Stadt Zschopau gelegene Schloss Wildeck. Schon von weitem konnte man den trutzigen Bergfried, den „Dicken Heinrich“, einen 44 Meter hohen Wohn- und Wachturm sehen, von dem aus die Furt am gleichnamigen Fluß Zschopau zum Schutz der Fuhrleute und Händler überwacht wurde, die auf dem „Böhmischen Steig“ zwischen Leipzig und Prag ihre damals kostbaren Waren wie zum Beispiel das begehrte Salz transportierten. Dies und viel mehr Interessantes und Wissenswertes zur Stadtgeschichte von Zschopau vermittelte uns Herr Dr. Johannes Werner im Rahmen eines Rundgangs durch die ehemalige Burg, die dann später zu einem Jagdschloss umgebaut wurde. In verschiedenen Räumlichkeiten wie in der Blauweißen Stube, im Roten Saal oder im Grünen Saal, die vor allem durch die Deckengestaltung im Renaissance-Stil die Besucher in ihren Bann ziehen, erfuhren wir von ihm zahlreiche Details und Fakten zum Leben der damaligen Bewohner.
In den Kellerräumen des Schlosses konnten wir danach das Erzgewölbe besichtigen, das eine kleine Mineralienausstellung beherbergt.
Und dann kam das „Muss“ für alle Motorrad-Liebhaber und Oldtimer-Fans, die es auch in unserem Mineralienverein gibt: In mehreren Räumen des Untergeschosses und der ersten Etage konnten wir nämlich die Industriegeschichte dieser Erzgebirgsregion nachvollziehen, speziell die des sächsischen Fahrzeugbaus, und hier vor allem die der Motorräder. Der geniale Erfinder und Geschäftsmann, der dänische Ingenieur Jorgen Skafte Rasmussen, gründete und entwickelte hier in Zschopau nach zahlreichen technischen Versuchen zur Produktion dampfgetriebener Kraftfahrzeuge die zu seiner Zeit größte Motorrad-Fabrik, die im Jahr 1928 rund 65.000 Motorräder der Marke „DKW“ (Dampf-Kraft-Wagen) herstellte. Er war damit der Wegbereiter für den weltweiten Siegeszug des Zweitakt-Motors. Mit der Marke „MZ“ (Motorradwerke Zschopau) wurde in der Motorradstadt Zschopau diese Tradition weiter-geführt – und noch heute gibt es Bewunderer und Verehrer der RT 125 oder der 250er MZ …
Nach dem Mittagessen im „Ratskeller“ Thum fuhren wir weiter zum Besucherbergwerk Zinngrube Ehrenfriedersdorf auf dem Sauberg, die zum UNESCO-Welterbe Montanunion Erzgebirge/Krusnohori gehört. Ausgerüstet mit Schutzhelmen, Umhängen und Geleucht brachte uns eine Seilfahrtsanlage bis in rund 100 Meter Tiefe. Bei einer fast zweistündigen Untertage-Führung erläuterte uns unser Begleiter Olli Herrmann anschaulich Wissenswertes zur Geologie des Saubergs und auch zur schweren und auch gefährlichen Arbeit der Bergleute sowie zu Abbaumethoden über rund acht Jahrhunderte (am 3. Oktober 1990 wurde hier der letzte Hunt gefördert). Nach einer kurzen Fahrt mit der Grubenbahn und seinen Hinweisen auf den sogleich zu hörenden höllischen Lärm führte er auch einige druckluftbetriebene Berg-baugeräte, die zur Gewinnung des begehrten Zinnerzes und anderer Rohstoffe wie Wolfram und Arsenopyrit notwendig waren, ganz praktisch vor. Und fast nebenbei erwähnte er, dass hier in dieser Lagerstätte fast 200 verschiedene Mineralien gefunden wurden und sie damit zu den mineralreichsten der Welt gehört. Nach einem gemeinsamen „Prost“ unter Tage bei einem Bergmannsschnaps der Marke „Ehrenfriedersdorfer Nothbeleuchtung“ endete diese Befahrung, die für Bergbau-Interessenten sehr empfehlenswert ist…

Jürgen Nitschke
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